Tarifpartnerschaft und Tarifautonomie
Wer eine Ausbildung beginnt oder ins Berufsleben einsteigt, erfährt schnell, dass Löhne, Arbeitszeiten und Urlaubsansprüche in Deutschland nicht individuell zwischen Chef und Beschäftigtem ausgehandelt werden, sondern in Tarifverträgen für ganze Branchen festgelegt sind. Hinter diesen Tarifverträgen stehen zwei Akteure. Gewerkschaften auf der einen Seite und Arbeitgeberverbände auf der anderen Seite. Sie werden als Tarifpartner bezeichnet. Ihr Einfluss auf die Arbeitsbedingungen in Deutschland ist gerade jungen Menschen heute kaum bewusst.
Dabei spielen gerade Aspekte wie Urlaubsansprüche, Arbeitszeiten und Flexibilität für viele junge Menschen bei der Wahl ihres Berufs heute eine enorm wichtige Rolle. Schon Azubis profitieren häufig von tariflich ausgehandelten Ausbildungsvergütungen. Auch das weitere Arbeitsleben ist von Errungenschaften wie Urlaubsanspruch, geregelten Arbeitszeiten und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall geprägt. All dies wurde in früheren Auseinandersetzungen der Tarifparteien ausgehandelt. Im Zeitalter der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz wandelt sich die Arbeitswelt weiter. Neue Arbeitsformen wie beispielsweise Plattformarbeit, entstehen. Gerade jetzt ist es für junge Menschen wichtiger denn je zu verstehen, wer eigentlich mit wem die Arbeitsbedingungen aushandelt, auf welcher Grundlage das geschieht und welche Konsequenzen das für sie persönlich hat.
Ziel und Aufbau der Materialien
Ausgangspunkt der Unterrichtseinheit sind zwei parallele Entscheidungssituationen in demselben Betrieb. Ein Azubi überlegt, ob er der IG Metall beitreten soll, während die Geschäftsführerin zur gleichen Zeit darüber nachdenkt, ob sie ihr Unternehmen wieder im Arbeitgeberverband anmelden soll. Beide Perspektiven ziehen sich als roter Faden durch die gesamte Einheit und machen erfahrbar, dass die Tarifpartnerschaft kein abstraktes Konstrukt ist.
Ausgehend von dieser Doppelperspektive erarbeiten die Lernenden in Gruppenarbeit, was Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände leisten und welche Gründe für oder gegen einen Beitritt sprechen. Anschließend analysieren sie an einem fiktiven Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie die Forderungen und Begründungen beider Seiten und erkennen, dass sich die Interessen zwar deutlich unterscheiden, beide Tarifparteien aber langfristig aufeinander angewiesen sind.
Im weiteren Verlauf erschließen sich die Lernenden die rechtlichen und historischen Grundlagen der Tarifautonomie und ordnen die Tarifpartnerschaft als wesentliche Säule der Sozialen Marktwirtschaft ein. Sie informieren sich über die Organisationsstruktur von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden in Deutschland.
Kostenloses Schaubild: Organisation der Gewerkschaften und Arbeitgeber
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