BRICS-Staaten auf der Überholspur?

Lange Zeit war die Welt in Blöcke aufgeteilt. Ost und West trennte der Eiserne Vorhang. Nordamerika und Europa waren die führenden Wirtschaftsräume. Der Norden galt als reich, der Süden als arm. Doch nichts ist so beständig wie der Wandel. Mit dem Zusammenbruch des Ostblocks, der Erweiterung der Europäischen Union, weltweiter Wirtschafts- und Bankenkrisen und dem Aufstreben ehemaliger Entwicklungs- und Schwellenländer hat sich die Weltwirtschaft innerhalb von nur zwei Jahrzehnten drastisch verändert.

China ist heute die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, Brasilien rangiert auf Platz 7, dicht gefolgt von Indien und Russland auf den Plätzen 9 und 10. Investoren drängen nach Afrika, um sich den Zugang zu wertvollen Bodenschätzen zu sichern. Europa schwächelt. Bereits seit 15 Jahren beobachten Investoren aufmerksam die aufstrebenden Schwellenländer. Die Investment-Gesellschaft Goldman Sachs prägte Ende 2001 das Schlagwort BRIC für die Newcomer auf der weltpolitischen Bühne. Seit 2011 gehört auch Südafrika dazu. Aus BRIC wurde BRICS. Zehn Jahre lang wiesen diese Länder eine sehr dynamische Wirtschaftsentwicklung auf.

Doch aktuell schwächeln einige dieser Schwellenländer gewaltig. Die Börsen in China stürzen ab. Der Rubel befindet sich im freien Fall. Brasiliens Wirtschaft ist in der Rezession. Galt das ungebrochene Wachstum der BRICS-Staaten lange Zeit als Stütze der Weltkonjunktur, so geht jetzt die Angst um, dass die Sorgenkinder eine Gefahr für die Weltwirtschaft sein könnten. Anleger rund um den Globus sind alarmiert.

Ganz ungeachtet der eigenen Probleme zeigen sich die BRICS-Staaten bei ihren alljährlichen Gipfeltreffen sehr selbstbewusst und demonstrieren ihren Willen, sich auf der Weltbühne ihren Platz zu erobern. Mit der Gründung der New Development Bank 2014 durch die BRICS-Staaten als Hauptkapitalgeber wollten sie eine finanzstarke Alternative zur WTO und dem IWF schaffen. Das Signal ist klar: Die Neuen pochen auf mehr Mitsprache in den internationalen Gremien und fordern eine Weltordnung, die die aus ihrer Sicht veränderten Kräfteverhältnisse widerspiegelt. Doch wie stark sind die BRICS-Staaten tatsächlich? Wie ist die aktuelle Krise zu bewerten? Handelt es sich um eine vorübergehende Schwäche oder um einen längerfristigen Abwärtssog? Drei Arbeitsblätter und Schaubilder beschäftigen sich mit den neuen Entwicklungen und Newcomern in der Weltwirtschaft.

3 Arbeitsblätter „Auf dem Weg zu einer multipolaren Weltwirtschaft?“

Kursstürze in China lassen die Zentralregierung schwitzen. Der Ölpreisverfall, westliche Sanktionen und Rubelabsturz bringen den Kreml in Bedrängnis. Die Herabstufung brasilianischer Kreditwürdigkeit auf Ramschniveau offenbart die Schwere der Krise in der einstigen Vorzeige-Volkswirtschaft Lateinamerikas. In Südafrika befeuert der Korruptionssumpf den schleichenden Niedergang des einstigen Hoffnungsträgers. Einzig Indiens Wachstumsraten scheinen ungebrochen zu sein. Allerdings steht auch dieses Land vor gewaltigen Herausforderungen mit 750 Millionen Menschen unterhalb der Armutsgrenze.

Den Shooting-Stars der Weltwirtschaft, auch bekannt unter dem Kürzel „BRICS“, scheint die Luft auszugehen. Das Akronym BRICS haben die meisten Schüler sicherlich schon einmal in den Medien gehört. Doch was diese Länder ausmacht, welche Stärken die einzelnen Länder haben, welchen Platz sie in der Weltwirtschaft anstreben oder welche Schwierigkeiten sie derzeit zu meistern haben, ist häufig schon weniger bekannt. Wie schwer die Krise ist und ob die angestammten Industrienationen zukünftig ein Gegengewicht durch die Newcomer auf der Weltbühne haben werden, ist Gegenstand der drei Arbeitsblätter.

Die Arbeitsblätter liefern Hintergrundinformationen zu der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation der BRICS-Staaten sowie deren Stellung in der Weltwirtschaft. Aufgaben zur Einordnung und Bewertung der Krise in den Schwellenländern ermöglichen eine schülergerechte Auseinandersetzung mit aktuellen weltwirtschaftlichen Umbrüchen. Ein Quiz über Eckdaten der BRICS-Staaten rundet die Materialien ab.

3 Schaubilder: Ausgewählte Indikatoren der Weltwirtschaft und der BRICS-Staaten

China galt lange Zeit als Werkbank der Welt, Indien als Denkfabrik, Russland als Energielieferant, Brasilien als Rohstofflager und Südafrika als Tor zum afrikanischen Kontinent. Welche Wachstumsraten weisen die einzelnen Länder auf? Welchen Anteil an der weltweiten Wirtschaftsleistung haben sie? Wie viele Menschen leben in den BRICS-Staaten? Diese und mehr Fragen können anhand der Schaubilder beantwortet werden. Sie zeigen ausgewählte Indikatoren der BRICS-Staaten.

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