Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Daher gewöhnt er sich auch schnell daran, wenn es an der Zapfsäule billiger wird anstatt teurer. Auch der Einkauf im Supermarkt blieb lange Zeit gleich teuer. Preissteigerungen? Fehlanzeige! Die Teuerung in Deutschland dümpelte lange auf einem sehr niedrigen Niveaus vor sich hin. Die EZB plagten gar Sorgen vor einer Deflation. Jedenfalls betreibt sie seit geraumer Zeit mit dem Argument, dass sie ein Inflationsziel von knapp unter 2 Prozent anstrebt, eine extrem expansive Geldpolitik.

Doch nun meldet sich die Teuerung zurück. Knapp 1,9% mehr für Waren und Dienstleistungen mussten die Deutschen im Januar 2017 bezahlen als noch vor einem Jahr. Ist nun die Zeit der stagnierenden Preise vorbei? Experten prognostizieren ein Ende der niedrigen Teuerungsraten. Der Ölpreis steigt und auch Lebensmittel werden teurer. Dennoch wiegelt die EZB ab. Die langfristigen Inflationserwartungen liegen immer noch unter 2 Prozent. Eine Abkehr vom Geldmengenwachstum sei daher nicht zu erwarten.

Doch wie misst man eigentlich Inflation? Was ist ein Verbraucherpreisindex und wie setzt sich der Warenkorb zusammen, den das Statistische Bundesamt zur Berechnung der Inflationsrate heranzieht? Und warum bedeutet eine Inflationsrate von Null nicht Preisstabilität?

Drei Arbeitsblätter und sechs Grafiken führen in das Thema Geldwertstabilität ein.


3 Arbeitsblätter: Inflation, Deflation, Preisstabilität

Die Schülerinnen und Schüler erkennen die Bedeutung stabiler Preise für das Wirtschaftsgeschehen, beispielsweise für die Planbarkeit von Konsum- und Investitionsentscheidungen. Sie unterscheiden die Begriffe Inflation, Deflation und Preisstabilität und erläutern die Auswirkungen, die von einer hohen Inflation einerseits sowie einer Deflation andererseits auf andere wirtschaftspolitische Ziele wie z.B. ein angemessenes Wirtschaftswachstum oder eine hohe Beschäftigung ausgehen.

Die Schülerinnen und Schüler skizzieren kurz aktuelle Inflationsentwicklungen und identifizieren Preistreiber, die Einfluss auf die gegenwärtige Teuerungsrate ausüben. Sie verstehen, auf welche Weise das Statistische Bundesamt mit Hilfe eines Warenkorbs die Teuerungsrate misst und führen eigene Berechnungen anhand des Verbaucherpreisindex durch. Sie verstehen, dass es sich bei dem vom Statistischen Bundesamt verwendeten Warenkorb um eine Zusammenstellung nach durchschnittlichen Verbrauchsgewohnheiten handelt und die individuelle Teuerungsrate eines Haushalts sich von der durchschnittlichen unterscheiden kann. Sie ermitteln die persönliche Inflationsrate für verschiedene Haushaltstypen und begreifen, dass eine hohe Inflationsrate insbesondere für ärmere Haushalte problematisch ist. Abschließend erörtern sie kurz den Einfluss der Ölpreisentwicklung und der EZB auf die Inflationsentwicklung.

6 Schaubilder: Verbraucherpreisindex, Inflationsraten, Ölpreisentwicklung

So paradox es klingt, aber eine Inflation von null Prozent ist aus Sicht der Zentralbank keine Preisstabilität. Das ist den Währungshütern schon viel zu nah an einer möglichen Deflation. Optimal aus Sicht der EZB ist eine Inflationsrate von knapp unter 2 %. Demnach waren die Jahre 2013-2016 geprägt von Sorgen vor einer möglichen Deflation. Die EZB steuerte mit einer massiven Geldmengenausweitung dagegen. Ihr Einfluss auf die Inflationsrate blieb dennoch sehr begrenzt. Es war vielmehr der Ölpreis, der zunächst dämpfend und seit Ende 2016 wieder preistreibend auf die Inflation wirkt. Die sechs Schaubilder zeigen den Verbraucherpreisindex der letzten Jahre, jährliche und monatliche Inflationsraten, die Zusammensetzung des Warenkorbs, den das Statistische Bundesamt zur Berechnung des Verbraucherpreisindex heranzieht sowie die Ölpreisentwicklung.

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