Erfahrungen mit dem Mindestlohn

Wir begegnen ihnen tagtäglich. Sie verrichten Dienstleistungen, ohne die unser Alltag kaum funktionieren würde. Gemeint sind die Beschäftigten des Niedriglohnsektors: Reinigungskräfte, Paketzusteller, Friseurinnen, Wachleute, Hauswirtschaftlerinnen, Verkäuferinnen. Der Mindestlohn stellt eine gesetzliche Lohnuntergrenze für niedrig entlohnte Tätigkeiten dar. Über seine Einführung ist hart gerungen worden. Während Vertreter der Wirtschaft den Mindestlohn als Bremse für die Entstehung neuer Jobs im Niedriglohnbereich brandmarkten, feierten ihn Arbeitnehmervertreter als soziale Errungenschaft. Man müsse von seiner Arbeit auch leben können. Arbeitgeber forderten hingegen immer wieder Ausnahmen, z.B. für die Integration und Qualifikation von Flüchtlingen. Drei Arbeitsblätter und Schaubilder befassen sich mit den Erfahrungen aus zwei Jahren Mindestlohn.


3 Arbeitsblätter: Zwei Jahre Mindestlohn – Eine Zwischenbilanz

Die ständige Mindestlohnkommission hat nicht nur die Höhe des Mindestlohns zum 1.Januar 2017 neu festgelegt, sondern ist gegenüber der Bundesregierung auch verpflichtet, über die Wirkungen des Mindestlohns Bericht zu erstatten. In ihrem ersten Bericht hat die Mindestlohnkommission eine Bestandsaufnahme erstellt und beispielsweise ermittelt, wie viele Arbeitnehmer in welchen Branchen überhaupt von den Mindestlohnregelungen betroffen waren, wie sich die Zahl der Minijobs unmittelbar nach dem 1.1.2015 verändert hat und ob es Anpassungen in der Lohnstruktur knapp oberhalb der Mindestlohngrenze gegeben hat. Die drei Arbeitsblätter beschäftigen sich mit den Ergebnissen des ersten Berichts der Mindestlohnkommission.


3 Schaubilder: Wer profitiert vom Mindestlohn?

Die ersten beiden Schaubilder zeigen, in welchen Branchen wie viele Beschäftigte 2014 unterhalb von 8,50 Euro verdienten und die seit dem 1. Januar 2015 Anspruch auf den Mindestlohn hatten. Das dritte Schaubild zeigt einen internationalen Vergleich von Mindestlöhnen. Länderübergreifende Vergleiche nominaler Lohnhöhen sind häufig wenig aussagekräftig, weil sich das gesamte Gefüge von Löhnen und Preisen von Land zu Land unterscheidet. Die vorliegende Grafik versucht, diese Unterschiede zu berücksichtigen.


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