Was wollen die Briten?

Noch immer ist nicht ganz klar, wie die Briten aus der EU ausscheiden wollen. Mit der Verschiebung des Brexit, für die sich die Mehrheit des britischen Unterhauses am 14.3.2019 mehrheitlich ausgesprochen hat, scheint ein chaotischer Brexit am 29. März erst einmal etwas unwahrscheinlicher und eine Brexit-Verschiebung um mehrere Wochen, eventuell bis Ende Juni möglich. Doch dieser Verschiebung müssen zunächst alle anderen 27 EU-Länder zustimmen. Voraussetzung dafür ist, dass die Briten klar darlegen, wofür sie die Verlängerung brauchen. Denn eine Austrittsregelung liegt dann immer noch nicht auf dem Tisch. Daher will Theresa May am 21. März 2019 noch einmal über den Brexit-Vertrag abstimmen lassen. Sie hofft, jetzt auch Stimmen der Hardliner für sich und damit die Abstimmung für den Brexit-Vertrag gewinnen zu können. Dann wäre der Aufschub um ein paar Wochen lediglich eine technische Verlängerung, damit die Briten sich vorbereiten können.

Sollte der Brexit-Vertrag am 21. März wieder abgelehnt werden, ist die weitere Zukunft Großbritanniens wieder ungewiss. Da die Briten so tief gespalten sind, ist es unwahrscheinlich, dass innerhalb weniger Wochen eine neue Lösung auf dem Tisch liegt, die vom britischen Unterhaus die Mehrheit erhält. Dann wären ein chaotischer Brexit oder ein Aufschub auf unbestimmte Zeit denkbar mit allen möglichen Szenarien, die vom ungeregelten Brexit, weiteren Verhandlungen, Teilnahme der Briten an der Europawahl, neuem Referendum bis hin zu Neuwahlen reichen. All das könnte sich Monate oder gar Jahre hinziehen. Ein Albtraum für die Hardliner, weshalb Theresa May auf Zustimmung zum Brexit-Vertrag am 21. März hofft.

Zwar hat das britische Unterhaus am 13.3.2019 mehrheitlich entschieden, dass es gegen einen ungeordneten Austritt Großbritanniens ist. Manchmal reicht es aber nicht aus, nur gegen etwas zu sein. So lange Großbritannien nicht klar artikulieren kann, wofür es ist, ist ein chaotischer Brexit immer noch nicht ausgeschlossen.

Das Arbeitsblatt beschäftigt sich mit den ökonomischen Konsequenzen eines No Deals für Großbritannien, wenn es im schlimmsten Fall keinen geregelten Austritt Großbritanniens aus der EU gibt.



Arbeitsblatt: Wie verändert sich das Leben für die Briten?

Lange LKW-Schlangen vor der Zollabfertigung in Dover, sinkende Immobilienpreise, steigende Lebensmittelpreise, Standortverlagerungen, eine Abwertung des britischen Pfunds, verrottendes Gemüse auf den Feldern englischer Landwirte. Das sind nur einige der möglichen Auswirkungen eines No Deals.

Im Rahmen des Arbeitsblattes identifizieren die Schülerinnen und Schüler mögliche ökonomische Auswirkungen auf die Preise und Verfügbarkeit bestimmter Güter, auf den Arbeitsmarkt, auf die Rahmenbedingungen für Unternehmen.



Schaubild: Die Top 5 Handelspartner Großbritanniens

chart-bild2.jpgNeben China und den USA gehören vor allem EU-Länder zu den wichtigsten Handelspartnern Großbritanniens. Im Warenverkehr trifft es vor allem Deutschland, wenn es zu einem chaotischen Brexit kommt. Im innereuropäischen Dienstleistungsverkehr ist Großbritannien der drittgrößte Im- und Exporteur von Dienstleistungen.






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