Ende November 2011 spitzte sich die Schuldenkrise in Europa dramatisch zu. Immer mehr Staaten in Europa mussten Rekordzinsen zahlen, um sich von Investoren Geld zu leihen. Spanien und Italien bewegen sich inzwischen nahe an der Grenze dessen, was sie an Zinslast schultern können und selbst AAA-Staaten der Eurozone kämpfen mit steigenden Risikozuschlägen. Gibt es einen Ausweg oder ist das das Ende der Gemeinschaftswährung?
Chart: Zinsentwicklung 10-jähriger Staatsanleihen
In den 90er Jahren – also vor der Euro-Einführung – mussten die so genannten PIIGS-Staaten schon einmal deutlich höhere Zinsen zahlen als Deutschland. Besonders Griechenland musste hohe Risikoaufschläge für 10-Jährige Staatsanleihen bieten, um an Kapital zu kommen. Mit der Euro-Einführung gab es eine bemerkenswerte Zinskonvergenz. Das Zinsniveau pendelte sich auf einem relativ niedrigen Niveau ein und verharrte auf diesem Niveau bis zum Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise. Erst mit Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise sahen die Anleger wieder etwas genauer hin und verlangten höhere Zinsen. Das Chart zeigt die Zinsentwicklung bei 10-Jährigen Anleihen Deutschlands und der PIIGS-Staaten.
Arbeitsblatt: Hohe Zinsen - große Not
Was ist falsch gelaufen?
Wenn ein Land bestimmte Ausgaben nicht über Steuern, sondern über Staatsverschuldung finanzieren möchte, dann verkauft es Staatsanleihen. Die Käufer der Staatsanleihen wägen Chancen und Risiken dieser Anleihen ab. Hat es negative Nachrichten über die öffentlichen Finanzen dieses Landes gegeben? Sind in dem Land Inflationstendenzen zu erwarten? Dann verlangen Anleger höhere Zinsen, um das Ausfallrisiko auszugleichen. Schlechte Nachrichten über die Haushaltspolitik, über die Geldpolitik oder Abwertungserwartungen muss ein Land also teuer bezahlen, wenn es sich verschulden möchte. Wie haben sich die Zinsen für Staatsanleihen der PIIGS-Staaten im Vergleich zu Deutschland entwickelt? Und warum haben Anleger so lange weggeschaut und die PIIGS-Staaten günstig mit Kapital versorgt? Diese und mehr Fragen werden im Rahmen des Arbeitsblatts Schritt für Schritt erörtert.
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