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Wie die US-Notenbank gegen den Abschwung kämpft

Viele Dinge funktionieren in den USA anders als in Deutschland. Wer in Deutschland ein Haus kaufen oder bauen möchte, der muss viele Sicherheiten mitbringen, um dafür einen Kredit zu bekommen. In den USA hingegen gab es über viele Jahre hinweg die Praxis, Bauherren auch ohne ausreichend Sicherheiten Kredite zu gewähren, allerdings zu einem höheren Zinssatz. Es entstand ein richtiger Markt für zweitklassige (subprime) Kredite. Das Geschäft mit Immobilien boomte in den USA.

Dass diese Geschäftspolitik unter steigenden Zinsen verheerende Folgen hatte, zeigt die Immobilien- und Wirtschaftskrise. Bereits Ende 2007 kamen sehr trübe Zahlen über den Zustand der amerikanischen Konjunktur ans Tageslicht. Unter diesem Eindruck senkte die amerikanische Notenbank im Januar 2008 gleich zwei Mal innerhalb von sieben Tagen die Zinsen kräftig von 4,25% auf 3%. Aktuell beträgt der US-Leitzins nur noch 2%. Für diese niedrigen Zinsen erntete sie nicht überall Lob. Es gab zahlreiche Kritiker dieser Zinssenkungen, die diesen Schritt entweder für zu spät, gänzlich unnötig oder aber als ein zu großes Zugeständnis für die Börsen- und Finanzmärkte hielten.

Chart Entwicklung der Leitzinsen in USA und Europa

Ziel der europäischen Geldpolitik ist die Preisniveaustabilität. Dieses Ziel wurde der EZB im EG-Vertrag vorgegeben. Anders als die EZB hat die amerikanische Federal Reserve Bank kein eindeutig vorgegebenes Ziel. Mit ihrer Geldpolitik soll sie eine Reihe von Zielen verfolgen: einen hohen Beschäftigungsstand, angemessenes Wirtschaftswachstum, Preisniveaustabilität, Zinsstabilität, Stabilität der Finanzmärkte, Stabilität der Devisenmärkte.

Der wichtigste Leitzins im Europäischen Zentralbanksystem ist der Hauptrefinanzierungssatz, der seit dem 6.6.2007 bei 4% liegt (Stand: 02.02.2008). Drei Viertel des Refinanzierungsvolumens der Banken im Europäischen Währungsraum refinanzieren sich über dieses Instrument.

In den USA ist der Federal Funds Rate der wichtigste Leitzins, der am 30.01.2008 auf 3% gesenkt wurde.

Das Chart zeigt die Entwicklung der Leitzinsen in den USA und im Euroraum seit 2000.

Arbeitsblatt: Zinssenkung in den USA

Das Arbeitsblatt beschäftigt sich mit dem Thema Zinspolitik vor dem Hintergrund der amerikanischen Wirtschaftskrise. Was genau geschieht bei einer Zinssenkung? Welche volkswirtschaftlichen Größen werden dabei theoretisch beeinflusst. Treten diese Wirkungen immer ein oder gibt es Umstände, unter denen eine Zinssenkung oder –erhöhung verpufft? Welche Gefahren könnten von einer Zinssenkung ausgehen? Diese und mehr Fragen werden im Rahmen des Arbeitsblattes schülergerecht erörtert.

Bezugsmöglichkeiten des Arbeitsblatts

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